Kosten einer Erbimmobilie: Kostenarten & Richtwerte
Welche Kosten auf Erben zukommen, hängt von Wert, Zustand und Vorgehen ab. Wir zeigen die Kostenarten und nennen Richtwerte aus öffentlichen Quellen, ohne Gewähr.
Zu den Kosten zählen Gutachten, Maklerprovision, Erbschein, Grundbuch, Räumung und Instandhaltung. Als Richtwerte nennen Quellen für ein Gutachten 0,5 bis 1,5 Prozent des Verkehrswerts und für die Maklerprovision häufig bis 7,14 Prozent inklusive Mehrwertsteuer insgesamt.
Kostenarten im Überblick
- Gutachten: Als Richtwert nennen Ratgeber für ein Vollgutachten häufig 0,5 bis 1,5 Prozent des Verkehrswerts, bei 300.000 Euro etwa 1.500 bis 4.500 Euro. Ein Kurzgutachten liegt oft bei 500 bis 1.500 Euro. Ein Beispiel aus der Rechtsprechung (BFH, Az. II R 20/12): rund 2.600 Euro bei einem Grundbesitzwert von 270.000 Euro.
- Erbschein: zwei Gebühren nach dem Nachlasswert abzüglich Schulden. Beispiele aus Rechnern: etwa 546 Euro bei 100.000 Euro und etwa 1.870 Euro bei 500.000 Euro.
- Grundbuch: Die Eintragung der Erben bleibt gebührenfrei, wenn der Antrag innerhalb von zwei Jahren nach dem Erbfall eingeht. Danach entstehen wertabhängige Gebühren.
- Maklerprovision: Häufig genannt werden 3,57 Prozent je Seite, insgesamt bis 7,14 Prozent inklusive Mehrwertsteuer, regional unterschiedlich und verhandelbar. Bei 300.000 Euro Kaufpreis sind das 10.710 Euro je Seite.
- Notar und Kaufvertrag: Kosten richten sich nach dem Kaufpreis; wer sie trägt, regelt der Vertrag.
Weitere Posten
- Räumung und Entsorgung, Reinigung
- Reparaturen und Instandhaltung bis zur Übergabe
- Energieausweis, der beim Verkauf in der Regel vorgelegt werden muss
- Laufende Kosten: Grundsteuer, Versicherung, Heizung, Strom, Wasser
- Bei Vermietung: Verwaltung, zum Beispiel 25 bis 32 Euro je Einheit und Monat oder 3 bis 6 Prozent der Nettokaltmiete
So vergleichen Sie Angebote
Bitten Sie mehrere Experten um ein schriftliches Angebot mit gleichem Leistungsumfang. Fragen Sie bei Maklern nach Provision, Aufteilung und Laufzeit, bei Gutachtern nach Zweck, Stichtag und Honorar. Planen Sie einen Puffer für Unerwartetes ein. Alle genannten Zahlen sind Richtwerte aus öffentlichen Quellen und ohne Gewähr; verbindlich ist nur das Angebot. Steuerliche Aspekte finden Sie unter Steuern & Recht im Überblick.
Häufige Fragen
Was kostet ein Erbschein?
Es fallen zwei Gebühren an: eine für die Erteilung und eine für die eidesstattliche Versicherung. Maßgeblich ist der Nachlasswert abzüglich Schulden. Rechner nennen als Beispiel rund 546 Euro bei 100.000 Euro Nachlasswert.
Kann ich Kosten für das Gutachten absetzen?
Gutachterkosten können im Zusammenhang mit der Erbschaftsteuer unter Umständen als Nachlassverbindlichkeit berücksichtigt werden. Das hat der Bundesfinanzhof in einem Fall entschieden (Az. II R 20/12). Ob das bei Ihnen greift, klärt die Steuerberatung.
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